Mittwoch, 3. Dezember 2008

...

it's nothing but time and a face that you lose
I chose to feel it and you couldn't choose
I'll write you a postcard
I'll send you the news
from a house down the road from real love

Donnerstag, 27. November 2008

...

Ich habe Freunde, die sich nie melden. Ich habe Freunde, die sagen "lass uns etwas unternehmen" und sich dann nicht mehr melden. Ich habe Freunde, die sich nicht mehr für mich interessieren.
Ich habe eine Frau, die ich liebe und die mich als Punching Ball verwendet für ihren Frust, nachdem ich ihr durch eine grauenvolle Zeit geholfen habe. Nachdem sie gesagt hat dass ich ihr gut tue. Nachdem ihrer besten Freundin aufgefallen ist dass ich ihr gut tue. Nachdem sie mir gesagt hat dass wir unter anderen Umständen mehr geworden wären als nur Freunde. Nachdem sie mir gesagt hat dass sie noch nie mit einem Mann so etwas gehabt hat wie mit mir und dass ich derjenige bin der sie am besten versteht. Dass ein Teil von ihr genau dasselbe wollte wie ich aber dass es nun mal nicht geht. Nachdem es keine Geheimnisse zwischen uns gab. Nachdem mir klar wurde dass ich noch nie mit jemandem so ein Verhältnis hatte wie zu ihr. Nachdem sie sagte er darf nichts erfahren von meinen Gefühlen, denn er würde unser Verhältnis zueinander nicht verstehen. Nachdem ich getrauert habe um diejenigen die gestorben sind und sie anderthalb Wochen nachdem es passiert ist getroffen habe. Nachdem sie sagte, sie sei immer für mich da. Und nachdem ich ihr genau dasselbe versichert habe.

Ist sie jetzt kalt. Und schweigt. Schweigt oder spinnt mich an und findet alles was ich sage oder tue nervig. Sagt mir die Uhrzeit zu der sie schlafen gegangen ist. Mit ihrem Mann. Ist streitlustig. Beredet nicht mehr alles mit mir sondern nur das was ihr nicht passt innerhalb seiner Familie. Sagt mir dass sie keine Aufheiterung will. Ich weiß, was sie bedrückt, und früher haben wir darüber immer gesprochen und ich hab versucht ihr zu helfen und ihr zuzuhören. Und ich habe es auch geschafft. Aber auch das will sie jetzt nicht. Also schweigen wir. Als wären wir Fremde. Ich sage auch nichts, weil jedes Wort von mir sie zu stören scheint. Weil jedes Wort von mir diese neue Stimmlage von ihr heraufbeschwört die feindselig klingt und die alles kritisiert - nicht freundschaftlich-spaßig kritisiert, sondern jemanden den man nicht mag kritisiert. Also sage ich lieber nichts. Also schweigen wir. Als wären wir Feinde. Sie sagte ich solle es nicht persönlich nehmen und das ist nicht ihre Absicht, so zu mir zu sein. Aber sie schon so lange so. Und alles scheint sich gegen mich alleine zu richten und ich verstehe nicht warum. Ich verstehe nicht was geschehen ist. Es macht auch keinen Unterschied - wenn ich ihr Punching Ball sein soll dann bin ich das - aber es ist schwierig. Verwirrend. Unangenehm.

Ich habe Freunde die in dieser Stadt sind und die mir gesagt haben dass wir uns öfters sehen werden - und sie enttäuschen mich alle. Sie reden davon was sie tun oder getan haben und wenn man sie fragt ob sie Zeit für einen haben dann haben sie das nicht. Ich habe Arbeitskollegen die nie mehr als Arbeitskollegen sein werden. Diejenigen die schon weg sind waren mir zum Teil viel lieber als die Gemeinschaft die jetzt da ist, es ist eine nicht vorhandene Gemeinschaft. Ich habe keine Lust abends wegzugehen. Ich wüsste außerdem nicht mit wem, und es interessiert auch niemanden.

Ich habe Freunde zuhause, zu denen ich nicht mehr so recht gehöre weil ich ihre Interessen nicht teile, was aber früher nie ein Problem war. Sie fixieren sich nur jetzt viel mehr auf dieses eine Interesse und deswegen passe ich nicht mehr zu ihnen.

Ich habe Freunde die gerade im Ausland sind und von denen ich mir erwarte dass sie alles besser machen wenn sie wieder zurück sind, aber das stimmt nicht. Sich von ihnen mehr zu erwarten als von anderen Menschen ist Bullshit.

Jeder scheint so etwas wie ein neues Leben zu haben in dem ich nur mehr einen ganz kleinen Platz finde - oder gar keinen.

Nun kommt die Weihnachtszeit. Vor einigen Monaten sagte ich ihr noch, dass ich gerne mit ihr nach London fliegen würde. Sie meinte leise, dass das nicht geht. Ich sagte, ich weiß. Es geht auch nicht um London im Speziellen, sondern darum, mit ihr Zeit zu verbringen.

Nun kommt die Weihnachtszeit und sie fliegt mit ihrem Mann ausgerechnet nach London. Sie sagte mir das als sie noch mit mir über alles redete vor zwei Monaten und entschuldigt sich dafür. Sie erzählt mir alles mögliche über ihn und ich muss so tun als mache es mir nichts aus, damit sie kein schlechtes Gewissen hat. Bald schon verliere ich sie ganz, aber das macht nichts, denn ich hatte sie nie wirklich.
Dann hat es auch endlich ein Ende.

Auch wenn es nie ein Ende haben wird.

So wie dieses Jahr bald zu Ende ist und am Horizont nur derselbe Scheiß steht, mit einer anderen Ziffer hinten dran am Kalender und denselben Dingen die mich bisher auch schon erwartet haben. Mit mehr Verlust.

Mir ist alles schon egal.

Sonntag, 26. Oktober 2008

...

Arbeit:

Die Stimmung ist gerade geladen bis zum geht-nicht-mehr. Die ganze Zeit runzelt jeder die Stirn und das was vom zarten neugebildeten, Mini-Teamgeist noch übrig war, wird von Tag zu Tag weniger.

Man schiebt trotzdem Überstunden, vermutlich in der unterbewussten Hoffnung, dass man nicht entlassen wird - sollte jemals irgendjemand sehr wichtiges überlegen, wer "gegangen wird" und wer nicht. Aber eigentlich ist es Blödsinn. Falsch. Eigentlich sollten wir uns wohl alle nach einem neuen Job umsehen anstatt Überstunden zu schieben.

Ist schon merkwürdig, das ganze. Das drückt sehr auf die Stimmung. Ungewissheit wie es weiter geht. Manche sind ihr ganzes leben lang schon da. Was diese Leute wohl tun würden, wenn sie wirklich entlassen werden würden? Sie sind auch diejenigen, denen man es am meisten anmerkt. In ihren Gesichtern, in ihrer Art am Telefon mit dir zu sprechen.

Nun ja. Ich werde erst mal Abwarten, was für Katastrophen auf uns zukommen werden. Dann kann ich immer noch irgendetwas machen. Das sinkende Schiff verlassen. Oder das gesunkene, wohl eher.

...

"Ich glaub deine Tasche ist im Weg."

"Oh. Na, ich steig eh gleich aus."

"Achso, du fährst ja heute gar nicht mit mir."

"Ja. Ich könnte schon." (Das würde ich. Sag ja und ich tus - scheiß auf alle Züge, die deswegen ohne mich fahren würden) "Es ist nur ein bisschen umständlich, aber..."

Kopfschütteln

Ich schlucke

Sogar beim Kopfschütteln muss ich das tun

"Ok. Das merkst du dir, gell?"

"Schreib ich mir daheim gleich auf. Und im Büro noch mal."

"Und im Handy."

Lächeln

Und mein Herzschlag setzt aus

"Schönes Wochenende."

strahlenderes Lächeln


Und ich habe so etwas wie Herzversagen

"Dir auch ein schönes Wochenende."

Die ganze Zeit über in-die-Augen-schauen als ob es kein Morgen mehr gibt

Dadurch alles vergessen

Alles

Ohne Augen wäre vieles leichter
Man müsste nichts sehen
Zum Beispiel Augen von anderen Menschen
Ich hätte es wesentlich leichter, glaube ich

"Machs gut."

"Tschüss."

Eigentlich will ich nicht gehen

Ich will nie gehen

Aber ich tu es trotzdem

und schlucke wieder

Beim Aussteigen sich-selbst-durch-die-Haare-Fahren
und tief Luft holen
und denken:
Scheiße. Elende, verdammte Scheiße

...

Are we human, or are we dancer?
alle grauenvollen Details springen mir ins Gedächtnis
von Zeit zu Zeit
Sachen, die ich erzählt bekommen habe
und zu denen ich gelächelt habe während ich dachte: "Das muss ein Albtraum sein. Das kann unmöglich die Wahrheit sein dass ich gerade in diesem Moment hier stehe und lächle, während ich das höre."
Man schafft es immer sehr gut, Sachen zu verdrängen.
Tatsachen.
Man denkt einfach nicht daran.
Nicht mehr so oft.
Ab und zu fällt einem wieder etwas ein und genau in diesem Moment
meistens ist es in einem Aufzug
oder in der U-Bahn
beginnt sich dann alles zu drehen
und man möchte schreien, wenn der Gedanke nicht gleich jetzt und auf der Stelle weggeht
die Tatsache
das Detail
My sign is vital
My hands are cold
And I'm on my knees
Looking for the answer
Ich akzeptiere also weiterhin das Schicksal,
denn jetzt ist es das endgültig.
Mein Schicksal.
Ich bekämpfe nichts, ich resigniere eben.
Mache das beste draus.
Es hat sowieso keinen Zweck, zu bekämpfen.
Es geht nicht. Bekämpfen ist funktioniert nicht.
Weglaufen noch weniger.
Und meistens geht es mir besser als früher.
Aber manchmal auch nicht.
Es sind gewisse Eindrücke, die ich wahrnehme.
Gewisse Dinge, die ich höre.

Die machen alles nicht leichter.

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